Protokoll der GV vom 8. April 2016

Protokoll der ordentlichen Generalversammlung vom 8. April 2016, 18.00 Uhr, im Kulturraum des Bogn Engiadina in 7550 Scuol / Nachtessen im Hotel Astras, 7550 Scuol.

 

Protokoll der ordentlichen Generalversammlung vom 8. April 2016, 18.00 Uhr, im Kulturraum des Bogn Engiadina in 7550 Scuol / Nachtessen im Hotel Astras, 7550 Scuol.

 

Traktanden

1. Begrüssung und Wahl der Stimmenzähler
2. Genehmigung des Protokolls der GV vom 27.03.2015
3. Rapport des Präsidenten und Genehmigung des Jahres- berichtes 2015
4. Genehmigung der Jahresrechnung, der Bilanz und des Revisionsberichtes des Jahres 2015
5. Festsetzung des Jahresbeitrages 2016
6. Genehmigung des Voranschlages 2016
7. Mitgliedermutationen
8. Jahresprogramm 2016
9. Varia

Referat: Jon Erni, Direktor Microsoft Schweiz: Was bringt «mia Engiadina» konkret dem Handel und Gewerbe des Unterengadins?

Anwesend Insgesamt 60 Teilnehmer: Mitglieder des HGV Unterengadin, die Grossräte Leta Steck und Philipp Gunzinger, die Gemeindepräsidenten Christian Fanzun, Hans Kleinstein und Emil Müller.

Presse: Annatina Filli ANR und Nicolo Bass, Engadiner Post/Posta Ladina und HGV-Vorstandsmitglied.

Entschuldigungen: Claudio Andry erwähnt die Entschuldigungen.

 

1. Begrüssung und Wahl der Stimmenzähler

Claudio Andry, Präsident des HGV, begrüsst alle Anwesenden und dankt für ihr zahlreiches Erscheinen. Weil der Referent, Jon Erni, erst später in Scuol eintreffen wird, schlägt Claudio Andry vor, den Ablauf der Generalversammlung etwas zu ändern. Der Apéro soll im Anschluss an die Generalversammlung und damit vor dem Vortrag von Jon Erni serviert werden.

Die Traktandenliste, die den Teilnehmern mit der Einladung zur GV zugestellt wurde, soll ebenfalls geändert werden mit einer Ergänzung: Im Herbst führt «miaEngiadina» eine grosse Tagung in Scuol durch. Der HGV wird bei dieser Tagung als einer der Hauptsponsoren auftreten und hat deshalb im Voranschlag einen zusätzlichen Beitrag von CHF 5000.00 für diese Veranstaltung vorgesehen.

Die geänderte Traktandenliste wird genehmigt.

Wahl der Stimmenzähler:

Als Stimmenzähler gewählt werden: Curdin Müller und Cilgia Rest.

 

2. Protokoll der Generalversammlung vom 27.03.2015

Das Protokoll der Generalversammlung vom 27.03.2015 in Zernez wurde wie üblich auf der Homepage des HGV publiziert. Die Anwesenden wünschen keine weiteren Details dazu und es soll auch nicht vorgelesen werden. Das Protokoll wird von der Generalversammlung ohne Gegenstimmen genehmigt.

 

3. Rapport des Präsidenten und Genehmigung des Jahresberichtes 2015

In seinem Jahresbericht möchte Claudio Andry auf vier Themen speziell eingehen:

  • Resultat der HGV-Umfrage
  • Ortsbildprägende Liegenschaften
  • Task Force betreffend Hotellerie
  • Wasserkraft und Zinsen (was ist passiert in letzter Zeit, was kann erwartet werden)

 

Resultat der HGV-Umfrage vom Sommer 2015

70 Betriebe nahmen an der Umfrage teil, das entspricht 12 % aller Betriebe im Unterengadin. Ihre Antworten auf unsere Fragen fielen wie folgt aus:

Aktuelle Wirtschaftslage:

48 % denken, die Situation bleibt wie bisher
21 % äussern sich optimistisch
30 % sehen die Lage eher düster

Umsatz-Entwicklung:

24 % erwarten bessere Zahlen
19 % gleichbleibend und
43 % erwarten schlechtere Zahlen

Mitarbeiter-Situation:

19 % brauchen im Jahr 2016 mehr Mitarbeiter
41 % arbeiten mit dem gleichen Mitarbeiter-Bestand
40 % erwarten einen Mitarbeiter-Rückgang

Kurzfristige Entwicklung:

Über 30 % sehen diese gleichbleibend
20 % erwarten eine Besserung Rund
40 % sehen eher einen Rückgang voraus

Unter Berücksichtigung aller Fragen sehen rund 60 % der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe gleichbleibende bis bessere Bedingungen, die restlichen 40 % erwarten eher schlechtere Zeiten.

Aus der Hotellerie zum Beispiel nahmen 5 Betriebe teil, welche alle ein eher düsteres Bild für die Zukunft malen.

Claudio Andry betont, dass innerhalb von einigen Branchen jeweils ganz verschiedene Resultate zustande kamen. Sein Fazit lautet daher, dass es nicht nur auf die Wirtschaftslage in der Region ankommt, sondern zum Teil auch auf die jeweiligen Geschäftsinhaber. Wer sich besser entwickelt hat, hat bessere Aussichten.

 

Ortsbildprägende Bauten

In diesem Bereich lief in letzter Zeit sehr viel. Die Zeitwohnungs-Initiave bewirkte viel in Sachen Bauwesen. Der Kanton will nun die Gemeinden entscheiden lassen, welche Bauten/Liegenschaften als ortsbildprägend einzustufen seien. Alte Heuställe im Dorf könnten dann zum Beispiel ausgebaut und als Zweitwohnungen genutzt werden.

Der Kanton erlässt im Laufe des Aprils 2016 ein Gesetz. Die Ge-meinden sollen jetzt die ortsbildprägenden Bauten definieren und vom Amt für Raumplanung genehmigen lassen.

Der HGV schrieb alle Gemeinden an und forderte sie auf, die Liste der ortsbildprägenden Bauten zu erstellen. Drei Gemeinden antworteten auf dieses Schreiben. Sie sind bestrebt, bald etwas zu machen, aber die Verordnung des Kantons müsse zuerst abgewartet werden. Claudio Andry findet es toll, dass die Präsidenten bereit sind, sich der Sache anzunehmen, was wiederum gut fürs Gewerbe in der Region ist.

 

Task Force Hotellerie

Claudio Andry ist der Ansicht, dass sich die Region mit den Wirt-schaftsproblemen befassen sollte, nicht nur die Hotellerie. Es sei wichtig, dass sich alle um dieses Thema kümmern.

 

Information Wasserzinsen

Wir sind in der glücklichen Lage, dass Not Carl als Präsident der Wasser-Konzessionsgemeinden im ganzen Kanton wirkt. Das Thema Wasserzinsen war viel in der Presse und es fanden verschiedene Veranstaltungen statt. Die Wasserzinsen sind sehr wichtig für eine weitere Entwicklung der Region. Wir hoffen deshalb, dass die Wasserzinsen erhalten bleiben. So haben die Gemeinden Geld zur Verfügung um weiter investieren zu können. Die jährlichen Wasserzins-Einnahmen betragen im Unterengadin rund 7 Mio Franken pro Jahr.

Claudio Andry schliesst damit seinen Bericht.

Der Jahresbericht des Präsidenten wird von der Generalversammlung einstimmig genehmigt.

 

4. Genehmigung der Jahresrechnung, der Bilanz und des Revisionsberichtes für das Jahr 2015

Zusammen mit der Einladung zur Generalversammlung erhielten alle HGV-Mitglieder auch die Jahresrechnung 2015. Die Ausgaben 2015 betragen rund CHF 40‘000.00. In diesem Betrag ist der Beitrag von CHF 20‘000.00 an das Kompetenzzentrum von «mia Engiadina» enthalten. Die Höhe der übrigen Ausgaben ist wie bisher und entspricht dem Voranschlag.

Die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen betragen CHF 22‘230.00 und damit rund CHF 1‘800.00 weniger als im Voranschlag vorgesehen.

Der Gesamt-Aufwand 2015 beträgt CHF 43‘338.60, der Ertrag Total CHF 22368.05. Damit ergibt sich ein Defizit von 20‘970.55.

 

Bilanz per 31.12.2015

Die Bilanzsumme beträgt CHF 50‘476.36

Revisionsbericht

Die beiden Revisoren, Christian Benderer und Claudio Hatecke, können an der GV leider nicht persönlich teilnehmen. Am 02.04.2016 prüften sie die HGV-Rechnung 2015. Sie stellen fest, dass die Buchhaltung einwandfrei geführt ist.

Der Revisionsbericht wird vorgelesen.

Die Revisoren schlagen der Generalversammlung vor, die Jahresrechnung und die Bilanz per 31.12.2015 zu genehmigen. Die GV-Teilnehmer wünschen keine weiteren Auskünfte zur Jahresrechnung. Sie genehmigen die Jahresrechnung 2015, die Bilanz per 31.12.2015 und den Revisorenbericht einstimmig.

Nicolo Bass dankt Claudio Andry für das Führen der HGV-Buchhaltung.

 

5. Festsetzung des Jahres-beitrages 2016

Das Eigenkapital von rund CHF 30‘000.00 ist immer noch höher als die jährlichen Aufwendungen von CHF 22‘000.00. Der HGV-Vorstand sieht daher keinen Grund, die Mitgliederbeiträge zu erhöhen. Er schlägt der Generalversammlung vor, den jährlichen Mitgliederbeitrag wie bisher auf CHF 90.00 zu belassen.

Dieser Vorschlag wird von der GV einstimmig genehmigt.

 

6. Genehmigung des Voranschlages 2016

Wie bereits am Anfang der GV beschlossen, wird der Voranschlag um eine Ausgaben-Position ergänzt: Mia Engiadina führt im August 2016 einen grossen Anlass, die FTTH Conference 2016, in Scuol durch. An dieser Veranstaltung, die jedes Jahr an einem anderen Ort in der Schweiz durchgeführt wird, treten verschiedene prominente Referenten auf. Ziel der Konferenz ist es, den KMU’s und den Gemeinden aufzuzeigen, welche Möglichkeiten / welcher Nutzen die Digitalisierung und insbesondere das Glasfasernetz (FTTH) bietet.

Der «mia Engiadina» entstehen durch diesen Anlass sehr hohe Kosten. Die zuständigen Leute erwarten deshalb einen Kostenbeitrag von Premium-Partnern in der Höhe von Total CHF 30‘000.00. Auch der HGV soll als Premium-Partner auftreten und dafür einen Beitrag von CHF 10‘000.00 leisten. Der Regionalentwickler denkt jedoch, dass die Region davon CH 5‘000.00 übernehmen könnte. Somit reduziert sich der Beitrag des HGVs auf CHF 5‘000.00.

Der Vorstand schlägt der Generalversammlung vor, diesen zusätzlichen Aufwand in den Voranschlag 2016 aufzunehmen. Ohne diesen Zusatzaufwand wäre das Budget für 2016 ausgeglichen, wenn der Beitrag angenommen wird, reduziert sich das Eigenkapital auf rund CHF 25‘000.00.

Der Voranschlag mit einem budgetierten Verlust von CHF 5‘190.00 wird von der GV einstimmig genehmigt. (Die HGV-Mitglieder können an der FTTH Conference gratis teilnehmen.)

 

7. Mitglieder-Mutationen

Im Verlaufe des Jahres 2015 traten 15 Mitglieder in den HGV ein, 14 Mitglieder verliessen den Verein. (Austrittsgründe z.T. Geschäftsaufgaben). Der Mitgliederbestand beträgt aktuell 250. Damit ist der HGV Unterengadin nach Chur der zweitgrösste Handels- und Gewerbeverein im Kanton Graubünden.

 

8. Jahresprogramm

Der HGV-Vorstand ist der Ansicht, dass wieder einmal ein runder Tisch mit den Mitgliedern durchgeführt werden sollte. Damit sollen die Bedürfnisse der Mitglieder in Bezug auf den HGV festgestellt werden und es können verschiedene Vorschläge für Aktivitäten angebracht und besprochen werden.

Bemerkung: Der vor ein paar Jahren durchgeführte letzte Runde Tisch hatte die Durchführung der EBexpo 2013 zur Folge. Da sich bei der HGV-Umfrage von 2015 auch ein gewisses Bedürfnis für die Durchführung einer neuen EBexpo abzeichnete, soll dieser Punkt am runden Tisch aufgenommen werden.

Claudio Andry schlägt vor, nicht nur einen runden Tisch zu organisieren, sondern z.B. je einen in Zernez, Scuol und Samnaun. Der Vorstand befasst sich an einer nächsten Sitzung mit diesem Thema und die Einladungen werden anschliessend versandt.

Aus den Reihen der GV-Teilnehmer kommen keine weiteren Vorschläge für Aktivitäten, die im Laufe des Jahres 2016 durchgeführt werden sollten / könnten. Claudio Andry nimmt Vorschläge auch nach der GV jederzeit gerne entgegen.

 

9. Varia

Claudio Andry informiert die Anwesenden, dass der Redner, Jon Erni erst später eintreffen wird.

Marisa Feuerstein weist darauf hin, dass die Zweitwohnungsinitiative vor vier Jahren angenommen wurde und dass seit einem Jahr auch die ortsbildprägenden Bauten ein Thema sind. Sie befürchtet, dass es – wenn es in diesem Tempo weitergeht – nochmals zwei Jahre dauern wird, bis ein definitiver Entscheid fällt. Das wären dann sechs Jahre nach der Initiative. Diverse Projekte mussten in kurzer Zeit noch durchgedrückt werden. Das führt jetzt zu einem totalen Einbruch im Baugewerbe, wobei der Stand im August 2015 bei der HGV-Umfrage noch besser zu sein schien.

Sie ist der Ansicht, dass die Politik jetzt etwas machen müsse. Marisa Feuerstein ist Mitglied im SIA-Verband Graubünden. Sie stellt fest, dass die Zweitwohnungsinitiative in Chur kein Thema ist.

Man hatte jetzt schon ¾ Jahre Zeit, die ortsbildprägenden Bauten zu definieren. Bevor etwas entschieden wird, bleibt die Situation schwierig. Sie befürchtet, dass dieses Jahr nichts mehr passiert. Sie denkt auch, dass Gäste nicht sagen, was ihnen in der Region nicht passt, sie kommen einfach nicht mehr.

Marisa findet deshalb die baldige Durchführung eines runden Tisches sehr gut; dieser soll aber nicht nur die Hotellerie betreffen.

Claudio Andry dankt Marisa Feuerstein für ihre Ausführungen. Er informiert die GV-Teilnehmer darüber, dass auch der HGV-Vorstand den Eindruck hatte, man müsse betreffend ortsbildprä-gende Bauten etwas machen. Der HGV schrieb daher bereits anfangs 2016 alle Gemeindepräsidenten der Region an und bat sie, das Inventar der ortsbildprägenden Bauten rasch zu erstellen. (In Scuol läuft dies bereits, indem eine Kommission gebildet wurde mit Teilnehmern aus jeder Fraktion, welche auch die nötigen Ortskenntnisse haben.)

 

Der Apéro wird dieses Jahr von der Graubündner Kantonalbank offeriert, wofür sich Claudio Andry herzlich bedankt.

Nach dem Apéro kommen die GV-Teilnehmer wieder im Kulturraum zusammen um sich das Referat von Jon Erni, Direktor von Microsoft Schweiz, anzuhören. Sein Thema: Was bringt «mia Engiadina» konkret dem Handel und Gewerbe des Unterengadins?

Anschliessend an dieses Referat begeben sich die GV-Teilnehmer zum Nachtessen ins Hotel Astras. Das Nachtessen wird wie üblich vom Handels- und Gewerbeverein Unterengadin offeriert.

Claudio Andry schliesst den offiziellen Teil der Generalversammlung 2016 um 19.00 Uhr.

Scuol, 20.09.2016

Protokollführerin: Ruth Fratschöl